Archiv für den Monat Juli 2013

Beim Kosten senken Kosten sparen

Warum gibt es Unternehmen? Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Zu welcher Antwort sind Sie gelangt? Eine Antwort ist die Senkung von Transaktionskosten (eine kurze Einführung in die Transaktionskostentheorie finden Sie am Ende des Artikels). Unternehmen sollen optimal unter Knappheit der Ressourcen mit den Gütern „wirtschaften“. In der Praxis tauchen dabei jedoch einige Probleme auf. In den Unternehmen sind Strukturen entstanden, die in dynamischen Zeiten keine Transaktionskosten mehr senken, sondern verursachen. Es haben sich interne Märkte entwickelt, die über die Hierarchien hinweg nur langsam mit dem Markt „außen“ mithalten können.

Das Controlling z.B. sollte beim Transaktionskostensparen behilflich sein und  Informationen liefern, die bei den Entscheidungen und der Koordination der knappen Güter hilfreich sind. Für einen besseren Umgang mit diesen knappen Gütern wurden Budgets eingeführt, die koordinieren und zum Sparen anregen sollen. Dieser Prozess dauert jedoch einige Wochen und kostet dem Unternehmen eine Unsumme Geld. Kostenersparnis?

Auch die Mitarbeiterführung sollte zur Senkung der Transaktionskosten beitragen. Jedoch zeigen aktuelle Studien immer wieder, wie demotiviert die Mitarbeiter sind. Innere Kündigung (dadurch mangelnde Kreativität, Einsatzbereitschaft, Leistung…), Mobbing und die dadurch verursachten Krankheitstage kosten jedoch dem Unternehmen wiederum eine Menge Geld. Kostenersparnis?

Sie erkennen ihr Unternehmen hier selbst? Noch können Sie es ändern! Überdenken Sie den Umgang mit Mitarbeitern und Ihre Steuerungsprozesse! Da liegt das wahre Sparpotential.

Kurze Zusammenfassung Transaktionskostentheorie:

Den Begriff der Transaktionskosten prägte erst Arrow in dem er „[…] transaction costs are costs of running the economic system.“ definierte. Auf diese Definition greift auch Williamson zurück. Hauptaugenmerk der Transaktionskostentheorie von Williamson liegt in der Vermeidung von Verschwendung und Steigerung der Effizienz. Optional stehen für die Abwicklung von Transaktionen Märkte oder Hierarchien zur Verfügung. Unabhängig der gewählten Möglichkeit entstehen Transaktionskosten, die es zu minimieren gilt. Diese umfassen, nachdem die Organisation als ein Nexus von Verträgen angesehen wird, aus ex ante Transaktionskosten und ex post Transaktionskosten (Kosten für Entwurf, Verhandlungen und Absicherung des Vertrages). Im Mittelpunkt stellt die Transaktionskostentheorie somit das Vertragsproblem als Problem ökonomischer Organisationen. Für diese Vertragsabschlüsse werden den Akteuren beschränkte Rationalität und Opportunismus zugrunde gelegt, die in den einzelnen Phasen Transaktionskosten auftreten lassen. Zur Reduktion dieser Transaktionskosten durch das Verhalten der Akteure sind nicht nur ex ante Anreizmechanismen, sondern vor allem auch Beherrschungs- und Überwachungssysteme zur Stützung des Vertrages ex post notwendig.

Literatur:

Arrow, K.J. (1969): “ The Organization of Economic Activity : Issues Pertinent to the Choice of Market versus Non-market Allocation ”, in: Joint Economic Committee of Congress. Jg. S. 1-16.

Williamson, O.E. (1986): Economic organization: Firms, markets, and policy control, Wheatsheaf, Brighton.

Williamson, O.E. (1975): Markets and Hierarchies : Analysis and Antitrust Implications, Free Press, New York.

Williamson, O.E. (1990): Die ökonomischen Institutionen des Kapitalismus. Unternehmen, Märkte, Kooperationen, Mohr, Tübingen.

Williamson, O.E. (1996): Transaktionskostenökonomik, 2. Aufl., LIT, Hamburg.

Advertisements