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Organisation für Komplexität: Das neue Buch von Niels Pfläging

Das neue Buch von Niels Pfläging ist soeben erschienen. Wer die bisherigen Bücher kennt weiß, dass es immer provokant mit bestehenden Mindsets zugeht.

Auch das Buch regt zum kritischen Hinterfragen an, greift die Problematiken des Managements auf und zeigt anschaulich (Dank schönen grafischen Illustrationen wörtlich zu nehmen) wie Unternehmen in heutigen dynamischen Zeiten geführt werden sollten.

Für Insider der Materie gibt dieses Buch auf den ersten Blick nicht viel Neues preis: Die Denkmuster und Werkzeuge des Managements sind bekannt – ebenso wie die damit einhergehenden Probleme. Wer die Konzepte des BetaCodex kennt, ahnt es, wie die Lösung aussieht: Der Mensch muss in den Mittelpunkt – und sein Können dürfen*. Es zu lesen lohnt sich aber: Es ist sehr schön geschrieben, es liest sich schnell und vor allem es bringt die wichtigen Inhalte auf den Punkt – das weckt die Inspiration. Es steckt auch viel mehr in diesen knapp 100 Seiten, als es am Anfang den Eindruck macht – aber am Besten finden Sie das selbst heraus.

Für Neulinge auf diesem Gebiet, Fachfremde und Nicht-Controller bzw. Betriebswirtschaftler schafft es einen schnellen Einstieg in bestehende Theorien und zeigt neue Denkweisen, inspiriert und erläutert die Inhalte schnell und pragmatisch. Für alle zukünftigen Manager: nachmachen erlaubt!

Niels Pfläging zeigt verschiedene Möglichkeiten dieses Buch zu lesen. Ich las es mit einem Schmunzeln, einer Tasse Kaffe und einem Stück Kuchen.

Für alle Unsicheren: Es gibt ein Probekapitel hier.

Ich wünsche Niels mit diesem Buch viel Spaß und viele Leser!

*Das ist nicht wirklich Neu: Doch es ist einfacher gesagt als getan. Die bestehenden Strukturen in Organisationen hinken längst den aktuellen Anforderungen an Unternehmensführung hinterher. Eine Einführung gibt es hier. Mit den Ratschlägen aus „Organisation für Komplexität“ wird es allerdings funktionieren.

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Denkwerkstatt „Moderne Unternehmensführung“

Der internationale Unternehmensberater und Businessbuchautor Niels Pfläging folgte am Mittwoch der Einladung der Technischen Hochschule Amberg-Weiden und hielt als Gastdozent im Rahmen der Controlling-Vorlesungsreihe von Prof. Dr. Hermann Raab eine „Denkwerkstatt“ ab. Herr Alexander Herzner, Lehrbeauftragter der Fachrichtung Controlling, steht seit geraumer Zeit beruflich in Kontakt mit Niels Pfläging.

Niels Pfläging setzte provokante Denkanstöße, wie komplexe Unternehmen effizient geführt werden können. Er zeigte eindrucksvoll, warum bestehende Hierarchien in komplexen Zeiten nicht mehr funktionieren. Viele Instrumente der Unternehmensführung wie Planung, Anreizsysteme, Zielvereinbarungen (Management by Objectives), Arbeitsanweisungen etc. hält er für überflüssig. Niels Pfläging ersetzt Hierarchien und Planungsexzesse durch neue Modelle und legt dabei Wert darauf, dass Mitarbeiter selbstständig denken und auch handeln können, wenn sie dürfen.

Die neuen Ideen:

  • keine Hierarchie
  • keine Budgets
  • keine Zielvereinbarungen mit Anreizsystemen
  • neues Menschenbild

Sie sind neugierig geworden? Mehr Informationen und Links finden Sie unter: Partner oder wollen auch Sie eine Denkwerkstatt halten:

Autorität stoppt das Denken

Vielleicht kennen Sie solche Situationen: Sie bekommen etwas gesagt und Sie tun es, ohne es zu hinterfragen. Warum? Weil diese Person Autorität besitzt. So Glauben Sie ihrem Arzt, den Politikern oder ihrem Chef: immerhin wissen sie doch, wovon sie sprechen – sie haben Autorität. So ist es tief in unserem sozialem Leben verwurzelt.

In Organisationen, in denen Autoritäten das Sagen haben, führen andere Personen die ihnen zugetragenen Aufgaben einfach aus. Sie brauchen nicht mehr zu denken, weil ihr Chef ihnen genau sagt, was sie zu tun haben. Je stärker ihre Organisation in Hierarchien aufgebaut ist, umso weniger Denken wird notwendig. Die Autorität erledigt dies. Sie müssen nur noch arbeiten.
Sie denken jetzt, das ist doch nicht sinnvoll? Nun stellen Sie sich die Frage, wie oft Sie etwas getan haben, weil es Ihnen so gesagt wurde. Lag ihr Chef mit seiner Anweisung richtig? Haben Sie das geglaubt? Haben Sie widersprochen?

In Organisationen werden täglich falsche Entscheidungen getroffen, weil Mitarbeiter gehorsam folgen. Nur weil jemand eine Krawatte und Anzug trägt hat er nicht automatisch Recht! Wie viele Ärzte geben täglich falsche Prognosen? Wie viele Experten sehen täglich in die Zukunft und können sie dennoch nicht vorhersagen (Beispiel gefällig: Eurokrise, wer hat sie kommen sehen, wer kennt den Ausweg?)?

Dieses Phänomen wurde bereits 1961/1963 von dem Yale Professor Stanley Milgram in einem Experiment gezeigt (Milgrim-Experiment). Dort wurden Probanden aufgefordert, anderen einen Stromschlag zu versetzen. Nach Aufforderung durch den Professor drehten die Probanden den Strom bis auf die höchste Stufe (es war kein wirklicher Stromschlag, nur Simulation). Autorität wird gefolgt, bis zum bitteren Ende. Die Realität kennt viele grausame Beispiele, in denen Autorität (fast) still gefolgt wurde, selten in Frage gestellt wurde.

Doch gerade für Organisationen gibt es einen Weg aus der Autorität! Wagen Sie es! Versuchen Sie die Dinge zu hinterfragen, tauschen Sie sich mit Personen aus, die anders denken als Sie.

Literatur:

Milgram, Stanley (1963): Behavioral Study of Obedience, in: Journal of Abnormal and Social Psychology, Vol. 67, No. 4, S. 371-378.

Bildquelle:

Artikelfoto oben: simulogics, „Anweisung“, CC-Lizenz (BY 2.0)
Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank http://www.piqs.de